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Schnell ablenkbar

Jemand erzählt etwas und man ist mit den Gedanken schon an einem anderen Ort. Kinder werden oft zu unrecht verurteilt, dass sie nicht aufpassen. Dabei sind diese Köpfe unermüdlich am Arbeiten. Denn solche Kinder oder auch Erwachsene sind mit grösster Wahrscheinlichkeit Mischformer. Sie sind einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt.

Was bedeutet das?

Wir alle haben eine rechte und eine linke Gehirnhälfte. Die Evolutionspädagogik erklärt es als Sprachgehirn und als Gestaltungsgehirn. Bei einem Rechtshänder ist das Sprachgehirn links und das Gestaltungsgehirn rechts.

Auf der Seite des Sprachgehirns wird das analytische Denken gesteuert, lineares Denken. Verstand, Logik, Regeln, Sprache, Mathematik sind zum Beispiel einige Bereiche davon.

Auf der Seite des Gestaltungsgehirns wird das systematische Denken gesteuert, ganzheitliches Denken. Gefühle, Intuition, Kreativität, Musik, Kunst sind die anderen Bereiche davon.

Bei einem konsequenten Rechtshänder sind die Gehirnhälften so angeordnet. Das heisst, wenn er mit der rechten Hand schreibt, gelangt die Information in die linke Gehirnhälfte, analysiert, lernt und gibt das Gelernte dann in die rechte Gehirnhälfte weiter, wo es im Langzeitgedächtnis abgelegt wird.

Bei einem Rechtshänder, der Mischformer ist, sind die Gehirnhälften vertauscht. Das heisst, wenn er mit der rechten Hand schreibt, gelangt die Information auch in die linke Gehirnhälfte, die jedoch systematisiert zuerst. Alle Zusammenhänge mit dem Thema werden heraufgeholt, abgeglichen und erst dann geht die Information in die rechte Gehirnhälfte, wo sie analysiert wird.

Klarer ausgedrückt bedeutet das, alle Informationen kommen ungefiltert ins Gehirn. Darum geht es länger, bis ein Resultat entsteht. Solche Kinder und Erwachsene haben ein unglaubliches Wissen, sind jedoch sehr stressanfällig, weil jede Ablenkung wieder neue Impulse gibt und sie sich nicht auf das Wesentliche fokussieren können.

Unsere Strukturen sind vorallem auf das analytische Denken ausgerichtet. Kann jemand so nicht denken, wird das von der Gesellschaft als Problem angesehen. Kinder, die mit diesem System nicht zurecht kommen, fallen auf, da sie Gedankengänge auf diese Art nicht nachvollziehen können.

Die Evolutionspädagogik erkennt diese Besonderheit. Sie zwingt Menschen nicht in das analytische Denken, sondern holt die Talente hervor und hilft mit dieser Einzigartigkeit umzugehen und schneller in den Fokus kommen zu können. Auch hier helfen wieder gezielte Evo-Bewegungsübungen, um stressfreier lernen und seine Talente einzusetzen.