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Mit Tablet arbeiten, Fluch oder Segen?

Wer kennt es nicht, sei es mit dem Smartphone oder Tablet, sucht man etwas, kommt man ganz schnell zur gewünschten Information. Selten sieht man Leute die gelangweilt auf etwas warten, sondern viele sind ganz in ihr Smartphone vertieft. Ist doch eine super Erfindung. Aber bereits findet man Berichte, die diesen Trend mit grossen Bedenken äussern. Was ist da dran?

Tatsächlich machen wir schon selber Erfahrungen in unseren Praxen, welche Auswirkung dieser Trend auf die Kinder hat. Ein Beispiel:

Ein Junge kommt zur Lernberatung. Sein Problem, die Rechtschreibung gelingt ihm nicht. Es fällt ihm schwer, sich das Wortbild vorzustellen. Die Reaktion der Schule, er solle einen Nachteilsausgleich bekommen. Die Eltern sind damit jedoch nicht einverstanden und holen sich Hilfe mit Evopäd. Beim Gespräch stellt sich heraus, dass in der Schule und auch zu Hause praktisch nur noch mit dem Tablet gearbeitet wird. Handschriftlich wird nur noch bei Tests gearbeitet. Das geschriebene Wort ist aber enorm wichtig, um einerseits von der Bewegung wie man den Buchstaben schreibt, es im Gehirn zu verankern und anderseits, das Wortbild sich merken zu können. Nur mit dem Fingertippen der Buchstaben auf dem Tablet hat man keine differenzierte Wahrnehmung der Buchstaben, da ja die Bewegung dazu die gleiche ist.

Und jetzt? Alles wieder abschaffen? Nein, natürlich nicht. Aber man muss wieder die Einseitigkeit verlassen. Das heisst, beides nutzen. Bei Lernprozessen die Bewegung einbeziehen, handschriftlich arbeiten. Und bei Recherchen das Tablet nutzen. Lernen geschieht durch Bewegung und nicht durch monotones Tippen. Räumliches Sehen erlangt man nur durch erfahren, nicht über den Bildschirm.