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Florian mit ADHS

Florian darf nur noch die Hälfte der Zeit zur Schule, da seine Wut- und Schreiausbrüche nicht mehr tolerierbar sind. Die Zeit, in der er in der Schule ist, wird er von einem Klassenassistenten betreut. Aber auch das funktioniert nicht befriedigend. Zu Hause muss er dann Hausaufgaben lösen. Trotz fehlender Schulzeit, kann Florian den Schulstoff noch einigermassen mithalten. Das zeigt, dass Florian sehr intelligent ist. Von der Schule bekommen die Eltern die Auflage, dem Jungen Medikamente zu verabreichen. Ritalin hatte zwar eine Wirkung, doch der Junge bekam gesundheitliche Beschwerden von den Nebenwirkungen. Nun wird ein neues Medikament ausprobiert. Die Lehrpersonen melden zurück, dass sie keinerlei Wirkung davon spüren.

Florian kam in die Evopäd Beratung. Die Mutter berichtete, dass Florian eine Kaiserschnittgeburt sei und sie Schwierigkeiten in der Schwangerschaft hatte. Das ist eine wichtige Information, denn das zeigt, warum Florian diese innere Unruhe in sich trägt. Er ist immer noch im Überlebenskampf. Weiter ist erkennbar, dass die rechte Gehirnhälfte sehr dominiert und er ziemlich viel Druck aufwendet beim Schreiben. Florian nimmt alles sehr genau. Es muss alles in sein System passen. Für mich wird schnell klar, dass Florian nicht ein ADHS Problem hat. Er kann sich durchaus für eine lange Zeit konzentrieren. Er arbeitet genau. Er kann Aufträge gut umsetzen.

In Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen begleite ich Florian während einer Woche in der Schule. Meine Bitte, Florian von 8.00 - 12.00 Uhr in der Schule zu behalten, damit ich sehe, wo die Wutausfälle passieren, wurde erfüllt. Den Klassenasssistenten bat ich, während der ganzen Zeit nicht einzugreifen, sondern nur zu beobachten. Florian hielt die ganze Woche durch, ohne Wut- oder Schreianfälle. Was ich jedoch entdeckte, war, dass Florian autistische Züge aufwies. Wenn er in Gruppen arbeiten musste, war er überfordert und spielte den Clown. Er sprach mit einer Mickey Maus Stimme und wackelte mit den Hintern. Ein Tic, sobald er in Not kommt. Einmal vesteckte er sich kurz unter den Tisch. Er hielt so viele Kinder um sich nicht aus. Das zeigte auf, dass er sich kurz zurückziehen musste. Da die Lehrperson dies zuliess, kam er nach einigen Minuten wieder hervor und konnte gut aufpassen. Wenn Florian wieder den Clown spielte, ignorierte die Lehrperson ihn und dann war es nicht mehr interessant. Als ich ihn fragte, ob ihm bewusst sei, dass er oft so komisch Rede und die anderen Kinder ihn durchaus verstehen würden, wenn er mit ihnen normal rede, hörte er gleich damit auf. Nur wenn er wieder im Gruppenstress war, kam es ab und zu wieder vor.

Die Lehrpersonen und der Klassenassistent waren verwundert, dass Florian es eigentlich eine Woche gut durchgehalten hat.

Mit der Erkenntnis, dass nicht das ADHS das Problem ist, sondern die autistischen Züge, erklärt sich Florians Verhalten. Durch die erfolgreiche Woche, konnte die Negativspirale durchbrochen werden. Die Lehrpersonen sahen wieder, zu was Florian eigentlich fähig ist und Florian sah, dass er seine Schwierigkeiten immer besser in den Griff bekommt und schneller aus der Blockade herausfindet. Er spricht inzwischen normal, seine Tics reduzieren sich. Ich arbeite mit Florian nun daran, dass seine rechte Gehirndominanz ausgeglichen wird. Das heisst, dass er nicht im Systematisieren gefangen ist. Das klappt immer besser.

Evopäd hilft, weil Kinder mit anderen Augen gesehen werden. Unsere Methode ist wirkungsvoll und das schon in kurzer Zeit. Es braucht keine jahrelange Therapie, bis sich eine Veränderung zeigt.

Alle sind verblüfft, was eigentlich möglich ist, wenn man dem Kind die Chance gibt, verstanden zu werden.