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Hat mein Kind ADHS? Was soll ich tun?

Ein Junge, 8 Jahre alt, kommt in die Praxis. Sofort scannt er mit seinen Augen den ganzen Raum ab. Willig macht er zuerst einen Test mit, aber das Resultat interessiert ihn überhaupt nicht, da er viel mehr die Sachen im Raum näher untersuchen möchte.

Sobald er alles gesehen und zum Teil schon ausprobiert hat, lässt er sich auf die Fragen ein. Er beschreibt sich so: mir fällt es sehr schwer länger ruhig zu sitzen. Das Konzentrieren auf eine Aufgabe ist nicht leicht. Ich rede gerne mit meinen Kollegen und das ist störend im Unterricht. Ich rechne sehr gerne, aber nun wird es langweilig, weil es zu leicht ist.

Die Mutter erzählt, dass die Geburt von ihrem Sohn sehr schwierig war. Sie übertrug ihn 10 Tage, es musste nachgeholfen werden und dann blieb er noch stecken. Ein traumatisches Erlebnis für den Jungen.

Diese innere Unruhe des Jungen ist damit ein Grund, warum er nicht stillsitzen kann. Sein Gehirn sagt ihm so quasi, wenn du nicht kämpfst, dann stirbst du. Bei der Übung, die die Ursicherheit wieder in Balance bringt, hält er es nur ein paar Minuten aus. Wenn diese Übung aber nun eine Woche immer wieder gemacht wird, lernt er diese neue Erkenntnis von innerer Ruhe anzunehmen.

Ein weiterer Punkt, der zu beobachten war, ist der Bewegungsfluss seiner Augen. Er konnte die Augen nicht bewegen, ohne den Kopf mitzubewegen. Das heisst, er muss ständig mit dem Körper dieses Defizit ausbalancieren.

Auch ein Zeichen für seine Unruhe.

In der Praxis suchte er sich immer wieder Spiele, die die Körpersicherheit stärken. Mit viel Kraft boxte er in den Boxsack oder machte das Krokodilspiel. Beim Papierschnappen schaffte er es nicht, das Blatt zu schnappen, da seine Augen das Blatt nicht fixieren konnten. Erst mit einer Hilfestellung gelang es ihm.

Nun wird der Junge während 2 Wochen regelmässig die verschiedenen spielerischen Übungen machen, die ihm helfen ruhig zu werden. Dann wird ADHS kein Thema mehr sein.