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Verkannte Genies

Eine Mutter kommt verzweifelt mit ihrem Sohn in die Beratung. Sie erzählt, zu Hause wird fleissig gelernt, aber bei den Tests sieht es dann nicht so aus. Die Noten fallen.

Während der Beratung stellt sich heraus, dass ihr Sohn eigentlich sehr klug und berechnend ist. Er meinte, wenn er eine 4,75 schaffe, dann werde aufgerundet und dann reiche ihm das ja. Bei den Tests jedoch ist er überzeugt, alles richtig gemacht zu haben und ist dann erstaunt über seine Fehler. Was läuft da schief?

Auffallend ist seine Körperhaltung beim Schreiben. Sein Kopf ist sehr nach links geneigt. Beim Schleifen zeichnen fällt auch auf, dass nach der Mitte das Schleifenbild sich verändert.

Der Junge erzählt, dass er beim Fenster sitze in der Schule. Er könne immer schauen, was vor sich geht. Wie ist denn die Sitzordnung in der Schule? Sie sei zu einem U angeordnet. Aber die Rücken der Kinder schauen zur Mitte. Er hätte das Glück, dass er zum Fenster hinausschauen könne, die anderen Kinder schauen die Wand an. Beim Abschreiben von Aufgaben, müsse er sich immer drehen. Das sei mühsam.

Ich denke, man merkt hier selber, dass optimales Lernen so ganz sicher nicht funktionieren kann. Durch diese unkomfortable Sitzart, verändert sich das Gesichtfeld und die Augen des Jungen. Es darf quasi nur ein Auge arbeiten, das wirkt sich auf das Denken aus. Bei diesem Jungen wurde das Genauigkeitsauge dominant und das Auge für die Gesamtübersicht musste zurückstecken. Folge davon, er sieht die Fehler nicht mehr, weil ihm die Übersicht fehlt. Zudem ist es unangenehm, wenn man eine Prüfung schreiben muss und der Lehrer in dieser Zeit hinter dem Rücken herumläuft.

Fazit. Der Junge ist clever, die Schulstrukturen sind mehr als fragwürdig.