Interview: Frisch von der Ausbildung

Graziella Galli – frisch von der Ausbildung

 

Liebe Graziella. Du hast vor gut einem Monat die Ausbildung zur Evolutionspädagogin®/Lernberaterin P.P. abgeschlossen.

Kannst du dich bitte kurz vorstellen. Was ist dein Hintergrund?

Ich heisse Graziella Galli, bin Mutter eines erwachsenen Sohnes und feiere diesen Sommer meinen 60. Geburtstag. Ich arbeite Teilzeit als Gewandmeisterin an einem Theater.

 

Wie bist du zur Evopäd gekommen? Warum hast du dich für diese Ausbildung entscheiden?

Ich bin per Zufall im Internet auf die Homepage der Evolutionspädagogik Schweiz gestossen, als ich mich nach einer möglichen Ausbildung im Bereich der Kinderunterstützung umsah und war sehr fasziniert. Was ich gelesen habe fand ich spannend und dachte, das möchte ich gerne näher kennen lernen und mich vertieft damit befassen. Und so habe ich Silke Gramer angerufen und mich über die Ausbildung erkundigt. Das war im Frühling 2020. Im darauffolgenden August habe ich in Zürich mit der Ausbildung bei Nolwenn Tscharner gestartet.

 

Konntest du die Ausbildung gut mit deinem Alltag integrieren?

Da ich durch eine schwere Krankheit vor der Ausbildung noch gezeichnet war, hatte ich anfangs Mühe, kräftemässig dem Ganzen gewachsen zu sein. Das konzentrierte Zuhören und der innere Prozess, der durch das Arbeiten mit den Evoübungen während der Module ausgelöst wurde, forderte anfangs viel von mir ab. Da kam mir der Lockdown während der Coronakrise schon entgegen, denn dadurch war ich gezwungen nicht mein volles Arbeitspensum am Theater leisten zu müssen.

Auch dadurch, dass ich als einzige Teilnehmerin an diesem Lehrgang teilnahm, war alles etwas konzentrierter und intensiver. Aber für mich war es sehr stimmig so.

 

 

Gibt es ein besonderes Erlebnis während der Ausbildung, an das du dich gerne erinnerst?

Vorträge vorzubereiten und zu halten war für mich eine spannende, herausfordernde und tolle Erfahrung. Das hatte ich viele Jahre nicht mehr gemacht. Dass ich nach dem Vortragen keine Bewertung erhielt, war sehr irritierend für mich. Aber auch da passiert etwas Spannendes in mir. Alles in allem beinhaltet die Ausbildung sehr viel Selbsterfahrung wenn man sich darauf einlässt.

Ich finde das ganze Evopäd-System sehr spannend. Die 7 Stufen, so einfach sie im Grunde genommen auch sind, bewahrheiten sich doch faszinierenderweise immer wieder. Immer wieder begegnet man ihnen auf verschiedene Art und Weise im Alltag.

 

 

Wie integrierst du deine neue Ausbildung in deinen Alltag? Arbeitest du schon aktiv als Evolutionspädagogin?

Im Moment bin ich noch sehr zurückhaltend im nach Aussen treten. Ich bin dabei, einen Flyer und Visitenkärtchen zu kreieren. Aber da taucht schon die Frage auf, wie definiere ich mich genau, wie zeige ich mich? Da bin ich noch nicht ganz im Klaren.

Aber ich lese viel zu verschiedenen Thematiken im Bereich Pädagogik, Gehirnforschung, Problematiken von Kindern, Psychologie, Evolution u.a. Das bringt mich Stück für Stück weiter, vertieft, bringt mehr Verständnis und neue Betrachtungsweisen. Somit bedeutet das für mich, dass ich in einer gewissen Weise noch nicht mit der Ausbildung abgeschlossen habe. Das Arbeiten mit Kindern und Erwachsenen ist mir ein Herzensanliegen. Ich möchte als zweites Standbein im beraterischen Bereich arbeiten.

 

Kannst du dein Wissen auch sonst im Alltag integrieren und nutzen?

Ja doch, um mich, Menschen und Situationen im Alltag besser zu verstehen. Man betrachtet die Umwelt anders, nimmt anders wahr. Ich erkenne, auf welcher Evostufe sich die Person in einer bestimmten Situation gerade befinden könnte. Somit entsteht ein anderes Verständnis. Dank dieser Ausbildung habe ich gelernt, gewisse Verhaltensweisen aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Man versteht viel besser, warum er oder sie gerade so oder so handelt oder reagiert.

 

Gibt es etwas, was du in Bezug auf Evopäd besonders schwierig findest?

Ja, ich habe festgestellt, das die Leute mit dem Begriff Evolutionspädagogik nichts anfangen können. Fast immer reagieren sie mit: „Hä? Was ist das?“ Und dann muss ich mich ziemlich ausschweifend erklären, damit sie eine konkrete Vorstellung von dieser Arbeitsweise erhalten. Dies empfinde ich als etwas hinderlich.

 

Hast du noch etwas, das dir besonders am Herzen liegt, das du sagen möchtest?

Ich möchte mich ganz herzlich bei Nolwenn Tscharner, als sehr engagierte Ausbildnerin, bedanken. Es war toll und hat Spass gemacht.

 

Vielen Dank und alles Gute für deinen weiteren Weg!

interviewt von Nolwenn Tscharner, Ausbildnerin im Bildungszentrum für Evolutionspädagogik Zürich