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Zehenspitzengang

Ein Junge im Kindergartenalter läuft konsequent auf den Zehenspitzen. Als er in meine Praxis kommt, scannt er mit seinen Augen blitzschnell den ganzen Raum ab. Willig macht er ein paar Übungen. Es ist ihm aber anzusehen, dass er es kaum aushält, die Dinge im Praxisraum näher betrachten zu können. Darauf angesprochen, glänzen seine Augen und er bejaht, dass er gerne sich alles ansehen möchte. Er probiert alles aus. Interessant ist es, dass er sich gerade diese Übungen selber holt, die er auch braucht, um seine hohe Spannung abzubauen. Krokodilspiel, Tunnel zum Verstecken, Balancierbrett...

Dann entdeckt er die Legos. Innert kürze baut er nach Anleitung eine Loki, ein Krokodil und eine Blume zusammen. Dann entdeckt er das Labyrinth und fragt, ob er das auch mal ausprobieren könne. Während er ins Labyrinth läuft, sind seine Füsse mehrheitlich am Boden.

Nun gibt es ein paar Übungen nach Hause, die während 2 Wochen regelmässig gemacht werden.

Nach 2 Wochen berichtet die Mutter, dass der Junge nur noch gelegentlich auf den Zehenspitzen läuft. Man merke dann, dass in solchen Momenten zuviel um ihn herum los ist und er nicht mehr abschalten kann. Zudem hätte er nun beschlossen, er möchte alleine in den Kindergarten gehen, was vorher unmöglich gewesen sei. Seine Veränderung hätten auch die Kindergartenlehrpersonen bemerkt und angerufen.