Oskar*, 10 Jahre alt: ADHS, ohne Medikamente

 

Thema:        Oskar hat bis zu den Sommerferien Ritalin bekommen, da er ADHS

diagnostiziert wurde. Bis anhin war er ein guter Schüler. Zuhause jedoch kämpfte er mit Schlafproblemen. Er konnte meistens nicht vor Mitternacht einschlafen. Darum beschlossen die Eltern, das Ritalin abzusetzen.

Das jedoch wirkte sich auf die Schule aus. In kurzer Zeit bekam er von der Lehrerin 4 Einträge für sein Verhalten. Wutausbrüche, Beleidigungen, Regelverstösse waren die Folgen.

Die Eltern wollen jedoch nicht auf ein weiteres Medikament ausweichen, sondern suchen eine Möglichkeit, wie ihr Sohn sich selber in den Griff bekommen kann.

 

Blockade:     Oskar ist Mischformer. Das heisst, sein Kopf ist dauernd in Betrieb, ohne

Pause, ohne Erholung. Die Körpersicherheit ist blockiert. Die Situationen in der Schule gehen ihm viel zu nah, er kann Begebenheiten nicht aus der Distanz einordnen und so ist er immer im Angriff, in der Verteidigung. Die Gruppensicherheit macht ihm auch Probleme. Er muss sich anpassen und kann seine eigene Meinung nicht formulieren. Auch die Sprachsicherheit ist blockiert. Es fällt ihm schwer, sich zurückzuhalten. Und dann kommt noch die Kommunikationssicherheit. Die Probleme wiederholen sich immer und er kommt da nicht raus.

 

Lösung:       Oskar war in der Beratung voll konzentriert. Die typischen ADHS-

Merkmale waren nicht ersichtlich. Er war ruhig, konnte auf alles eine plausible Erklärung geben und machte bei den Übungen sehr gut mit.

Die Übungen machten ihm sehr Spass. Da er den Stempel ADHS hat, versucht er so gut es geht, seine Gefühle über den Kopf in den Griff zu halten. Alles muss kontrolliert sein. Plötzlich eine neue Erfahrung zu machen, dass er auch mal loslassen darf, war wie eine Befreiung. Die Übungen waren leicht und die Veränderungen schon während der Beratung spürbar. Aus dem ernsten Gesicht, kommt immer mehr ein Lächeln hervor.

 

Ergebnis:     Nach der Beratung meinte Oskar strahlend, das hätte sehr viel Spass

                    gemacht. Er hätte jetzt schon das Gefühl, es gehe ihm besser.

Die Mutter sagte, sie werde mit der Lehrerin reden. Diese sei sehr interessiert, wie man Kinder mit ADHS unterstützen könne, ohne dass sie Medikamente nehmen müssen.

Es folgte darauf noch eine Abklärung beim Kinderpsychiatrischen Dienst.

Der meinte, es brauche keine weiteren Sitzungen, der Junge hätte kein ADHS.