Leo*, 8 Jahre alt:         schreibt und liest nicht gerne

 

Thema:               Texte lesen bereitet Leo grosse Mühe und schreiben tut er auch nicht

gerne. Sich an Regeln halten fällt ihm schwer. Zudem wird er schnell wütend, wenn er sich unter Druck fühlt. Entweder tobt er dann oder er verweigert die Arbeit.

 

Lernblockade:   Leo hat beim Schreiben die Nase fast auf dem Blatt. Sein Kopf ist zudem

stark nach rechts geneigt. Seine Mutter berichtet, dass die Geburt bei Leo sehr schnell gegangen sei, aber es hätte noch Komplikationen gegeben. Im Kleinkindalter sei Leo kaum gekrabbelt.

 

Lösung:              Die Stufe der inneren Ruhe muss als erstes integriert werden. Wenn die

Ursicherheit gefestigt ist, kann auf den weiteren Stufen weiter gearbeitet werden. Leo sucht sich immer wieder Übungen aus, die die Körpersicherheit ins Gleichgewicht bringen. Es stellt sich heraus, dass Leo ein Mischformer ist. Das heisst, Leo schreibt eigentlich mit der grobmotorischen Hand. Das ist an seiner Schrift deutlich erkennbar. Er drückt sehr fest beim Schreiben und hat nicht die Kontrolle über die Buchstaben. Seine Augenbewegungen sind nicht fliessend, darum bereitet ihm die Worterfassung grosse Mühe. Sein Kopf ist beim Schreiben und Lesen viel zu nah am Blatt. Das heisst, ihm fehlt der Überblick und die Kontrolle über die geschriebenen Wörter. Rechts/links spontan zu benennen, funktioniert nicht. Er hilft sich mit einem Trick, der aber etwas Zeit braucht. Das zeigt, dass sein Seitigkeits-Verständnis noch nicht verankert ist. Dies ist auch erkennbar, weil er teilweise die Buchstaben gespiegelt schreibt. Leo kann fliessend die Spiegelschrift lesen. Er kombiniert sehr schnell bei Problemen, kann aber eine gute Lösung nicht ansteuern, weil er im Unterbewussten immer gleich reagiert. Das Innehalten ist blockiert.

 

Ergebnis:           Leo zeichnet während 2 Wochen immer vor den Hausaufgaben die

Schleifen und die liegende Acht. Das Papierschnappspiel macht er auch jeden Tag ein paar Mal, damit er seine Körperkraft besser steuern kann. Die Mutter erzählt, Leo sei viel ruhiger geworden. Sein Schriftbild hätte sich auch verändert. Seine Körperhaltung beim Schreiben hat sich deutlich verbessert. Auch die gespiegelten Buchstaben treten nur noch selten auf. Vorallem dann, wenn er im emotionalen Stress ist. Die Kontrolle über seine Wut wird in einem nächsten Schritt angeschaut. Die Krabbelphase wird auch noch ein wichtiges Thema werden.